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Deutsche Enduro Meisterschaft

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Die Enduro-Weltmeisterschaft 2013 ist beendet

Am vergangenen Wochenende ging die diesjährige Enduro-Weltmeisterschaft im französischen Saint Flour zu Ende. 118 Teilnehmer aus vierzehn Nationen stellten sich der finalen Herausforderung, darunter auch zwei Deutsche. Neben Marcus Kehr, welcher die schwarz-rot-goldenen Farben als EWC-Dauerstarter bereits das gesamte Jahr vertritt, begab sich Marco Neubert, erstmalig in dieser Saison, auf die WM-Bühne.

Noch in der Vorwoche herrschte feinstes Spätsommerwetter mit viel Sonnenschein in der Region um Saint Flour, mitten im Herzen Frankreichs. Doch für das Wochenende wurde ein Schlechtwettereinbruch mit Starkregen gemeldet. Am Freitagabend zum Prolog hielt das Wetter noch glücklicherweise, ehe in der Nacht zum Samstag der Himmel erbarmungslos seine Schleusen öffnete. Somit wurden die, ohnehin schon sehr spektakulär und anspruchsvoll gesteckten Prüfungen noch einen Zacken schärfer. Und auch die, für französische Verhältnisse typische, kernige Etappenführung stand dem in nichts nach.


Saint Flour zeigte sich am Freitagvormittag noch von seiner besten Seite

Nachdem am Samstag während des Rennens ein weiterer unwetterartiger Gewitterschauer niederging, geriet der gesamte Ablauf etwas außer Kontrolle. Der Regen verwandelte die gesamte Piste in eine schlammige Rutschpartie. Auf dem Extrem-Test mit hängenden Kurven an Bergwiesen und gewaltigen Betonkanten sowie Steinmauern, spielten sich teilweise regelrechte Dramen ab. So benötigte beispielsweise Junioren-Weltmeister Matthias Bellino an der ersten Auffahrt ein halbes Dutzend Versuche und blockierte somit für die nachfolgenden Fahrer die Strecke. Leidtragender waren u.a. Marcus Kehr, welcher, wie einige weitere Fahrer der E3, einfach nicht in die Prüfung gelassen wurde. Folglich fehlten, auf der ohnehin schon zeitlich äußerst knapp bemessenen Etappe, wertvolle Minuten, was dem deutschen KTM-Fahrer letztlich drei Strafminuten bescherte.
"Das war schon kapital, was sich dort abspielte, so etwas habe ich bisher nur selten erlebt", so Marcus Kehr. "Dennoch muss man sagen, das die Veranstaltung ansonsten wirklich super organisiert war. Vom Parc Fermé mitten in der historischen Altstadt, über drei wunderschöne und vor allem auch anspruchsvolle Sonderprüfungen, bis hin zu einer richtig guten Etappenführung. Einzig der Regen hätte nicht kommen dürfen. Schon beim Ablaufen der Tests, war klar, wenn hier nur ein Tropfen fällt wird es kritisch. Das es allerdings so zum Desaster ausartet, konnte keiner ahnen." Trotz der unverschuldet eingehandelten Zeitstrafe wurde Marcus Kehr noch guter Sechster.


Marcus Kehr an einer der Schlüsselstellen im Extrem-Test

Für den zweiten Tag strich der Veranstalter notgedrungen sein Programm drastisch zusammen. Extrem- und Enduro-Test entfielen gänzlich. Lediglich der Cross-Test wurde in einer leicht modifizierten Form viermal auf Zeit gefahren. Dazu gab es eine verkürzte Etappenführung, welche allerdings dennoch genügend Würze in sich hatte. An diesem Tag platzierte sich Marcus Kehr auf Rang acht und verfehlte nur um zwei Sekunden eine bessere Platzierung. Somit stehen für den KTM-Fahrer am Ende dieser EWC-Saison 114 Punkte zu Buche, was letztlich den neunten Gesamtrang in der E3-Kategorie bedeutet. Anzumerken sei noch, dass er bei allen vierzehn Wertungsläufen das Ziel in den Punkterängen erreicht hat!

Für Marco Neubert stand beim EWC-Finale in erster Linie "Erfahrung sammeln" im Vordergrund. "Ich war im Vorfeld schon etwas skeptisch, was mich erwarten würde. Frankreich, dazu noch das WM-Finale, das würde bestimmt eine ganz andere Hausnummer werden. In der Tat waren die Tests wirklich extrem anspruchsvoll gesteckt. Ich hatte mehrere Ecken, worüber ich mir ernsthaft Gedanken machte, wie soll ich diese Abschnitte überhaupt fahren? Und wenn man dann sogar die Top-Leute der Szene sieht, wie diese bei diversen Sprüngen und Kanten über die Machbarkeit diskutieren, ist das nicht gerade für das Selbstbewusstsein förderlich." Doch der Yamaha-Fahrer machte, entgegen seiner eigenen Bedenken, keine schlechte Figur, meisterte alle Hindernisse problemlos. "Wenn man sich einmal getraut hat, passte es dann schon." Am ersten Tag kämpfte sich Marco Neubert im 26-köpfigen E2-Fahrerfeld mit Bravour auf Platz vierzehn, am zweiten Tag schaffte er es als Zwanzigster ins Ziel. "Mit dem ersten Tag bin ich sehr zufrieden, mit dem zweiten eher nicht. Da konnte ich einfach nicht mehr die Zeiten der anderen mitgehen." Dennoch wurde sein Ausflug nach Frankreich mit zwei WM-Zählern und jeder Menge neuer Erfahrungen und Eindrücken belohnt.


Marco Neubert bestritt erst seine dritte EWC-Veranstaltung überhaupt


Die Weltmeister sind gekürt

Nachdem die beiden französischen KTM-Stars Antoine Meo (E1) und Christophe Nambotin (E3) ihre Titel bereits bei der vorletzten EWC-Runde in Griechenland erfolgreich verteidigen konnten, waren alle Blicke gespannt auf die Klasse E2 gerichtet. Dort lag der Italiener Alex Salvini in Front, welcher nach dreizehn Jahren für die Tifosis erstmals wieder einen WM-Titel holen könnte. Sein einzig verbliebener Verfolger Pierre-Alexandre Renet hatte respektable 33 Punkte Rückstand, dafür aber Heimvorteil und mehrere tausend, lautstarke französische Fans im Rücken. Doch Salvini blieb cool. Selbst ein Sturz und nur die 23-beste Zeit im Prolog sowie die extremen Wetterkapriolen am folgenden Tag und den daraus erschwerten Bedingungen brachten ihn nicht aus der Ruhe. Standesgemäß, mit einem überlegenen Tagessieg holte sich der Honda-Fahrer seine erste, viel umjubelte und hochverdiente WM-Krone!


Der frischgebackene E2-Weltmeister Alex Salvini ging am zweiten Tag im Regenbogen-Fahrershirt an den Start

Der Titel bei den Damen ging, wie schon im Vorjahr an die Spanierin Laia Sanz, während Matthew Phillips aus Australien zum Junioren-Weltmeister gekrönt wurde. Bei den Youngsters stand der Brite Jamie McCanney bereits vor der Veranstaltung in Saint Flour als Meister fest.


Ehre, wem Ehre gebührt – die Champions 2013: v.l. Jamie McCanney (EJ), Laia Sanz (EW), Antoine Meo (E1), Alex Salvini (E2), Christophe Nambotin (E3) und Matthew Phillips (EJ)